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Outlander im Alltag-Test.

Autogasanlage VIALLE LPI im Outlander 2.4 MIVEC Instyle — Beitrag von Wormel                    (10461 Zugriffe)

Hallo liebe "Gaser" und solche die es werden wollen!

Warum einen Outi II gekauft?

  • in jedem Fall nur ein SUV wegen Sitzposition, Innenraum, Kofferraum, Sicherheitsausstattung, Optik und Allradtechnik
  • Preis/Leistung sehr gut

Warum den Benziner?

  • da das zur Zeit die einzige Möglichkeit ist einen Outi mit Automatikgetriebe zu fahren (genieße jetzt aber den Fahrkomfort des Benziners sehr!)

Warum LPG-Umbau?
- hm, jetzt wird es schwieriger..

  • an erster Stelle natürlich die Benzinpreisentwicklung in Verbindung mit dem Verbrauch eines Fahrzeuges dieser Bauart speziell als Benziner
  • dann das Interesse an alternativen Antriebsstoffen
  • am aktuell erreichten Entwicklungsstand der Anlagen


Die Auswahl der Anlage und des Einbaubetriebes

Mein erster Kontakt zu Autogas liegt fast 30 Jahre zurück. Damals jobbte ich während meines Studiums bei einem KFZ-Einmann-Betrieb der sich auf Sonderumbauten und Sonderfahrzeuge aller Art spezialisiert hatte, unter anderem auch auf den Einbau von Gasanlagen. In diesem Zusammenhang absolvierte ich auch einen Lehrgang zum Einbau solcher Anlagen mit entsprechender Zertifizierung.

Wie auch in der heutigen Zeit waren diese Anlagen in Italien und Holland sehr verbreitet und auch die Hersteller dieser Anlagen dort angesiedelt (teils heute noch bekannt und am Markt). Als Technik war nur die Venturiausführung zu haben. Radmuldentanks gab es noch nicht und auch nicht wirklich konfigurierte Bausätze für einzelne Fahrzeuge.

Bei Vergasermotoren waren die erzielten Ergebnisse in der Regel akzeptabel (z.B. Ford Granada V6 etc.). Bei umgebauten Einspritzern (habe da einen 280SE in Erinnerung) eigentlich ein Desaster.

Neugierig habe ich mich dann wieder in das Thema eingelesen. Schnell war klar dass sich bei der Technik viel geändert hat. Die Vollsequentiellen Anlagen modernster Bauart machten durchweg einen vernünftigen Eindruck und es war schnell klar dass nur eine dieser Anlagen in Frage kommen würde. Nun war noch zwischen gasförmiger und flüssiger Einspritzung zu entscheiden. Ich denke dass sich bei einer gut auf das Fahrzeug abgestimmten Anlage in der Praxis keine Unterschiede zeigen.

Tendenziell erschien mir die Flüssigeinspritzung für den Outi als technisch günstiger. Ein klarer Vorteil ist die Abkühlung der Ansaugluft die eine bessere Zylinderfüllung und geringere thermische Belastungen erwarten lässt. Klarer Nachteil sind die Kosten der Anlage und das nochmals, systembedingt reduzierte, Tankvolumen (Die Anlage arbeitet ähnlich einem Common Rail Diesel. Eine im Gastank installierte Pumpe versorgt über eine Ringleitung direkt die Einspritzventile mit flüssigem Gas. Dies bedingt dass die Pumpe im Tank immer in flüssigem Gas "stehen" muss d. h. nicht trocken laufen darf. Somit verringert sich das nutzbare Tankvolumen noch einmal deutlich! Bei meinem 55 Ltr. Tank bedeutet das in etwa ausfahrbare 40 Ltr.).

Dann habe ich mich über Einbaubetriebe in meiner näheren Umgebung informiert. Mir war es sehr wichtig den Betrieb möglichst in der Nähe zu haben. Ein weiteres, sehr wichtiges Kriterium war für mich der persönliche Eindruck von den handelnden Personen. Ich fühlte mich beim später ausgewählten Einbaubetrieb vom ersten Moment an in sehr guten Händen. Die vorgefundene fachliche und technische Kompetenz übertrafen bei weitem meine Erwartungen. Zu keinem Zeitpunkt trat der Verkauf der eigenen Produkte in den Vordergrund sondern es wurden sachlich Vor -und Nachteile von Gasanlagen im Allgemeinen und der Anlagen für den Outi im Besonderen besprochen.

Dabei wurde keiner der Hersteller "schlecht" gemacht, sondern sachlich über eigene Erfahrungen gesprochen. Auch wurde keine Partei pro oder contra Flüssigeinspritzung vs. Gaseinspritzung eingenommen. Es wurde nur klargestellt dass dieser Betrieb sich eben auf die Flüssigeinspritzung spezialisiert hat und keine anderen Anlagen verbaut. Sehr hilfreich war auch die Möglichkeit sich ein bereits umgebautes Kundenfahrzeug aus der Nähe zu betrachten incl. einer ausführlichen Erläuterung durch den Inhaber und Meister (Zu diesem Zeitpunkt betrat ein anderer Kunde die Werkstatt. Der Meister entschuldigte sich kurz, wandte sich den Kunden für ein kurzes Gespräch zu, um sich dann wieder an mich zu wenden mit den Worten "...der Herr ... hat keine Einwände dass ich Ihnen einmal seine Anlage zeige."
Es handelte sich dabei um eine Anlage die der Betrieb auch selbst vertreibt, die jedoch in einer Werkstatt in Polen installiert wurde. Was ich dann an Handwerkskunst zu sehen bekam war schlicht weg unakzeptabel! Musste direkt wieder an diesen Einbau denken als ich den Beitrag von Andi84 im Forum gelesen habe. Damit soll nichts gegen einen Umbau in Polen oder sonst wo gesagt werden, aber es unterstreicht meine Einstellung sich im Vorfeld möglichst umfassend über den Umrüstbetrieb zu informieren
).

Schnell fressen ungeplante Werkstattbesuche einen anfänglichen Kosten oder Systemvorteil auf, wenn man Zeit, Nutzung etc. in Rechnung stellt. Ich habe diese Betriebe auch teilweise besucht um mir einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. So fand ich auch den Betrieb der den Einbau dann auch durchführte.

D. h. die Entscheidung welche Anlage letztlich zum Einbau kam habe ich zu 70% vom Einbaubetrieb abhängig gemacht.
Der Betrieb verbaut nur Anlagen die nach dem Flüssig-Einspritz-System arbeiten und zwar von den beiden mir bekannten Herstellern (ICOM + VIALLE). Die möglichen Anlagen wurden besprochen, Sonderwünsche meinerseits festgehalten und ein Festpreis abgestimmt. Die VIALLE-Anlage machte einen besseren Eindruck bezüglich der angelieferten Teile (keine Einzelteile sondern schon in Baugruppen speziell für den Outi vorbereitet), war mir durch die im Frühjahr 2008 gelaufene Sondereinbau-Aktion in Holland ein Begriff und konnte nach meinen Wünschen angepasst werden.

Die wesentlichen Abweichungen vom Standard sind die Montage des Tankventils hinter der Tankklappe und die Einbindung der Verkabelung in das Fahrzeugsystem mittels Zwischenstecker ohne "anschneiden" der Kabelbäume (könnte auch mal bei einer Fehlersuche nützlich sein, da man dann einfach durch entfernen der Zwischenstecker den Originalzustand herstellen kann).
Auch entfällt bei der VIALLE-Anlage die Kalibrierung der Einspritzdüsen.


Der Einbau und die ersten Erfahrungen

Der Einbau verlief unspektakulär innerhalb einer Woche. Bei der Abholung wurde alles nochmals ausführlich erklärt und dann im Rahmen einer kleinen Probefahrt die nächste Tankstelle angefahren wo dann auch eine Betankungseinweisung erfolgte. Die Kosten für die Tankfüllung wurden vom Einbaubetrieb übernommen.

Das Fahrgefühl unterscheidet sich nicht zwischen Gas- und Benzinbetrieb. Die Umschaltung zwischen den beiden Kraftstoffen, egal ob automatisch oder manuell und unabhängig vom Betriebszustand ist für den Fahrer nicht wahrnehmbar. Da das Fahrzeug nur die ersten 1000 km mit Benzin betrieben wurde, ist ein Verbrauchsvergleich Benzin/Gas nur eingeschränkt möglich. Der Vergleich ergibt einen Gasmehrverbrauch von 14%-18% mit der Tendenz zu dem niedrigeren Wert.

Nach ca. 2000 km trat bisher einmalig kurzzeitig ein Problem auf. Bei der Annäherung an eine Kreuzung begann der Motor nach dem Anhalten im Leerlauf zu "sägen" und nahm beim Anfahren nur unwillig Leistung an. Ich habe dann von Hand auf Benzinbetrieb gewechselt und alles hat sich direkt normalisiert. Auch das zurückschalten auf Gas verlief dann ohne Probleme. Als einziges, bleibendes Zeichen für die Störung leuchtete die gelbe Warnlampe der Motorsteuerung auf. Dies trug sich am Weihnachtsabend zu und ich fuhr danach noch gute 70 km ohne Probleme (außer der Warnlampe).

Am ersten Weihnachtsfeiertag schrieb ich dann eine Email an den Einbaubetrieb, schilderte das Ereignis und fragte nach der weiteren Vorgehensweise ohne dabei zeitlichen Druck zu machen, da ja scheinbar alles wieder normal funktionierte.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte ich Antwort auf alle meine Fragen und den Hinweis dass ich jederzeit anrufen könnte wenn es Probleme gibt. Wir haben dann Abgesprochen dass ich zum Auslesen des Fehlerspeichers einmal bei Gelegenheit in der Werkstatt vorbei kommen werde. Dies habe ich bisher noch nicht getan. Info dazu folgt. Nach ca. 200 km Fahrstrecke erlosch die Warnlampe selbstständig und keine Probleme.

Ich hoffe dass ich mit meiner Schilderung allen am Thema Interessierten einige Aspekte zu Ihrer eigenen Meinungsbildung bzw. Entscheidungsfindung liefern konnte. Nicht versäumen möchte ich in diesem Zusammenhang all denen ausdrücklich zu danken, die in den einschlägigen Foren ihre Überlegungen und Erfahrungen zum Thema der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt haben. Mir war das eine große Hilfe! Was man letztlich entscheidet, für oder gegen Gas, die Bauart der Anlage, der Hersteller, der Einbaubetrieb etc. bleibt jedem selbst überlassen. Als Rheinhesse (wenn das meine Frau wieder liest...) fühle ich mich da doch sehr der rheinländischen Mentalität verbunden (Grüsse an Duessel!) und kann mit jeder so gefällten persönlichen Entscheidung absolut gut leben. Eben wie der Rheinhesse sagt:
Jedem Narr sei Kapp!
In diesem Sinne!

Wormel


Bilddokumentation vom Einbau einer LPG-Anlage in meinem Outlander II 2.4 MIVEC Instyle


Überblick.
Überblick


Abweichend wurden die Bauteile homogen eingearbeitet und zugänglich platziert.

Gesamtansicht ohne Abdeckung.   Gassteuergerät / Sicherungskasten.
Gesamtansicht ohne Abdeckung — Gassteuergerät / Sicherungskasten.


Gesamtansicht ohne Abdeckung im Originalzustand.   Abweichend, angefertigter Kabelbaum mit lösbaren Verbindungen für Service.
Gesamtansicht ohne Abdeckung im Originalzustand — Abweichend, angefertigter Kabelbaum mit lösbaren Verbindungen für Service.


Gasanlageneinbau

Motor u. Kabel noch im Originalzustand mit demontiertem Ansaugkrümmer.
Motor u. Kabel noch im Originalzustand mit demontiertem Ansaugkrümmer.


Montagevorbereitung.   Unbehandelter Ansaugkrümmer.
Montagevorbereitung — Unbehandelter Ansaugkrümmer.


Einziges sichtbares Gas Einspritzventil.   Unterseite Ansaugkrümmer mit Gasventilen.
Einziges sichtbares Gas Einspritzventil — Unterseite Ansaugkrümmer mit Gasventilen.


Druckreglereinheit.
Druckreglereinheit


Gastank.   Leitungsbündel im Wellrohr.
Gastank — Leitungsbündel im Wellrohr.


LPG-Tank von hinten.   Zur Montage geöffneter LPG-Tank.
LPG-Tank von hinten — Zur Montage geöffneter LPG-Tank.


Vom Originaleinbau in Stoßfänger abweichend, Einbau in die Tankklappe.

LPG-Tank von hinten.   Tankfüllventil mit Adapter.
Tankfüllventil — Tankfüllventil mit Adapter.


Schutzkappe für Adapter.   Tankpistole aufgeschraubt.
Schutzkappe für Adapter — Tankpistole aufgeschraubt.


Fahrzeug in Bearbeitung.   Auslieferungszustand.
Fahrzeug in Bearbeitung — Auslieferungszustand.


  • Die gezeigten Bilder wurden vom Einbaubetrieb zur Dokumentation der durchgeführten Arbeiten erstellt und verbleiben dessen Eigentum.
  • Die Bilder sind Teil einer Gesamtdokumentation die der Einbaubetrieb erstellt hat auch um im Bedarfsfall Werkstätten bei Wartungsarbeiten oder Fehlerbeseitigungen an diesem Fahrzeug unterstützen zu können.
  • Die Zustimmung des Einbaubetriebes zu dieser Veröffentlichung liegt vor.
  • Vom Standard abweichende technische Lösungen bleiben geistiges Eigentum des Einbaubetriebes.
  • Die gesamte Auftragsabwicklung vom Erstkontakt über die Arbeitsdurchführung bis zur Fahrzeugübergabe verlief vorbildlich.


06.01.2009 © http://www.outlander-forum.de